Eingleisige Strecke

  • Huhu, da bin ich (schon) wieder! :D


    Als Azufuzzibine lernt frau ja nie aus:
    Auf eingleisiger Strecke sind Züge anzubieten und anzunehmen. Richtig?


    In der Sim allerdings kann ich 'nen Zug auch ohne diesem Verfahren losschicken, wenn die Erlaubnis bei mir ist.


    Wäre da nicht irgendeine Form 'ner Sperre sinnvoll, damit das nicht geht und ich jeden Zug anbieten muß ?(


    Ich mach's meistens so, dass ich den Zug trotzdem anbiete und erst danach den Fahrweg einstelle. :)
    Manchmal vergess' ich's aber auch und der Zug rauscht so durch :(

  • Moin!


    Quote

    Original von Majandra
    Auf eingleisiger Strecke sind Züge anzubieten und anzunehmen. Richtig?


    Absolut! :)


    Quote

    Original von Majandra
    In der Sim allerdings kann ich 'nen Zug auch ohne diesem Verfahren losschicken, wenn die Erlaubnis bei mir ist.


    Das ist nicht nur in der Simulation, sondern auch in der Realität so.


    Quote

    Original von Majandra
    Wäre da nicht irgendeine Form 'ner Sperre sinnvoll, damit das nicht geht und ich jeden Zug anbieten muß ?(


    Prinzipiell entsteht dadurch ja keine Gefährdung, solange der Streckenblock ordnungsgemäß funktioniert. Bei manch europäischer Nachbarbahn (z. B. SNCF in Frankreich) wird bei planmäßiger Zugfolge und intaktem Streckenblock sogar ganz auf das Anbieten/Annehmen verzichtet.


    Quote

    Original von Majandra
    Ich mach's meistens so, dass ich den Zug trotzdem anbiete und erst danach den Fahrweg einstelle. :)


    So soll's eigentlich sein. :)


    Quote

    Original von Majandra
    Manchmal vergess' ich's aber auch und der Zug rauscht so durch :(


    Ui, da werden sich die Nachbar-Fahrdienstleiter aber sicherlich nicht unbedingt freuen - dient das Zugmeldeverfahren ja unter anderem auch den Dispositionszwecken... :rolleyes:


    Wolfgang


    PS: Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sowohl das Anbieten/Annehmen als auch die anderen Zugmeldungen Abmelden und Rückmelden ursprünglich (in der Prä-Estw-Ära) (fern-)mündlich abgegeben wurden. Dies trifft in besonderen Fällen auch auf Stellwerke mit Zugnummernmeldeanlage (also fast alle Estw's) zu - aber dies ist ein anderes, weites Thema... 8)

    "Wer nicht hören will, muss fühlen; wer nicht wissen oder nicht denken will, der muss glauben..." - Volker Pispers

  • Also Grundsätzlich ist die Signaltechnik unabhängig von der Zugnummernmeldeanlage. Es ist also auch in der Realität so, dass man die Ausfahrt stellen kann wenn der Erlaubnisempfang angezeigt wird. So wurde es auch in der Simulation umgesetzt.


    Eine andere Lösung wäre auch hinderlich: Man (Frau) stelle sich nur einmal vor, die Zugnummernmeldeanlage ist gestört. Wenn man dann nicht trotzdem (nach vorhergehender fernmündlicher Zugmeldung selbstverständlich) das Signal stellen könnte, würde man ja auf die hohe Sicherheitsebene einer signalmäßigen Zugfahrt verzichten "nur" weil die ZN gestört ist.


    Von dem Aspekt der Disposition mal abgesehen möchte ich noch einen neuen Satz aus der aktuellen FV zur Diskussion anbringen:


    KoRil 408.0221 2(6):


    Technische Meldeeinrichtungen


    Wenn keine mündlichen Zugmeldungen gegeben werden, gilt ein Zug auch als angenommen, wenn Erlaubnisempfang angezeigt wird.


    Den ersten Halbsatz verstehe ich als Hinweis auf die Möglichkeit, trotz vorhandener ZN mündliche Zugmeldungen geben zu müssen - z.B. bei Bahnübergangsposten, Bauarbeiten oder Lademaßüberschreitungen. Der zweite Halbsatz: Wenn diese Gründe nicht zutreffen und der Block ordnungsgemäß wirkt muss nicht angeboten werden.


    Gruss


    ESTWsim

  • Quote

    Original von ESTWsim
    Also Grundsätzlich ist die Signaltechnik unabhängig von der Zugnummernmeldeanlage.


    Aber nur solange, bis eine Zuglenkung mit Leitziffer oder Lenkplan ins Spiel kommt... :P



    Ich sehe diesen Passus eher als Beweis dafür, dass in jedem Fall angeboten und angenommen werden muss - auch wenn für die Annahme eine Abweichung genannt wird.


    Der Satz hatte, nach meiner Erinnerung, den Weg in die Fahrdienstvorschrift deswegen gefunden, da die ersten Zugnummernmeldeanlagen keine signaltechnisch sichere Übertragung besaßen; dürfte sich wohl bis heute auch noch nicht geändert haben, oder?


    Wolfgang

    "Wer nicht hören will, muss fühlen; wer nicht wissen oder nicht denken will, der muss glauben..." - Volker Pispers

  • Quote

    Original von Rauschwälder
    Aber nur solange, bis eine Zuglenkung mit Leitziffer oder Lenkplan ins Spiel kommt


    Aber auch dann bleibt die Signaltechnik von der ZN unabhängig - die Steuerbefehle werden nur von der ZN generiert und an das Stellwerk weitergegeben (an Stelle des Fdl) ;)


    Quote

    Original von Rauschwälder
    Ich sehe diesen Passus eher als Beweis dafür, dass in jedem Fall angeboten und angenommen werden muss - auch wenn für die Annahme eine Abweichung genannt wird.


    Die Erläuterungen zur KoRil 408 sagen aber etwas anderes (Seite 14):


    Zitat:


    Wenn Zugmeldungen durch technische Meldeeinrichtungen gegeben werden, gilt ein Zug auch als angenommen, wenn Erlaubnisempfang angezeigt wird. Somit wird erreicht, dass z.B. auf eingleisigen Strecken bei Zuglenkung mit Lenkplan und bei angezeigtem Erlaubnisempfang die Zugfahrt zugelassen werden darf, ohne dass der Zug mündlich oder durch die technische Meldeeinrichtung angenommen werden muss. Die gleiche Regel gilt, wo Fahren auf dem Gegengleis ständig eingerichtet ist.


    Zitat Ende


    Gruss


    ESTWsim


  • Sodale, habe mich noch mal eingehender mit den betreffenden Abschnitten auseinander gesetzt und muss sagen: Volle Zustimmung, da ist wohl still und heimlich leise die bereits oben von mir erwähnte Regelung der SNCF in gewissen Teilen eingeführt worden, denn die Regelungen gelten ja wohl für alle Strecken, auf denen fernmündliche Zugmeldungen durch technische Meldeeinrichtungen ersetzt werden. Allerdings ist diese Neuerung nicht tiefgreifender erwähnt worden und ich hätte mir auch eine etwas geschicktere Formulierung gewünscht; die Worte "(...) gilt ein Zug auch als angenommen..." implizieren ja gewissermaßen, dass ein vorheriges Anbieten (wie auch immer) notwendig ist... :rolleyes:
    Aber wie gesagt, in der Sache klare Übereinstimmung sowie Respekt und Dank für das beharrliche Argumentieren! 8)


    Quote

    Original von ESTWsim



    Aber auch dann bleibt die Signaltechnik von der ZN unabhängig - die Steuerbefehle werden nur von der ZN generiert und an das Stellwerk weitergegeben (an Stelle des Fdl) ;)


    Selbstverständlich sollte die Zugnummermelde- von der Stellwerksanlage unabhängig sein. Wie weit ist das bei den modernen elektronischen Stellwerken im (Programm-)Aufbau eigentlich noch gegeben? Könnte es nicht sein, dass die beiden Komponenten doch auf irgendeine Art und Weise verzahnt werden?


    Wolfgang

    "Wer nicht hören will, muss fühlen; wer nicht wissen oder nicht denken will, der muss glauben..." - Volker Pispers

  • Quote

    Original von Rauschwälder
    Selbstverständlich sollte die Zugnummermelde- von der Stellwerksanlage unabhängig sein. Wie weit ist das bei den modernen elektronischen Stellwerken im (Programm-)Aufbau eigentlich noch gegeben? Könnte es nicht sein, dass die beiden Komponenten doch auf irgendeine Art und Weise verzahnt werden?
    Wolfgang


    ZN- und Stellwerksanlage sind vollkommen voneinander getrennt: Die ZN (wie auch die ZL) läuft sogar auf vollständig eingeständigen PC's.


    Am einfachsten läßt sich das Prinzip vielleicht am Beispiel des Selbststellbetriebs in einem SpDrS60-Stellwerk erklären. Dort werden zum Einstellen der Fahrstraßen Tasten auf dem Stelltisch gedrückt. Der Kontakt der Taste schließt einen Stromkreis, das Tastenrelais zieht an und die weiteren Vorgänge zur Fahrstraßenstellung laufen ab.


    Beim Selbststellbetrieb zieht nun ausgelöst durch den Zug (Gleiskontakt oder Gleisfreimeldung) ein anderes Relais an das nichts anderes macht, als den o.g. Kontakt der Taste zu überbrücken und damit einen Tastendruck zu simulieren - alles weitere läuft ab, als ob der Fdl selbst gedrückt hätte.


    Und so ähnlich läuft das auch im ESTW ab - die ZL sendet über Datenbus lediglich den zum Stellen der Fahrstraße notwendigen Befehl an das Stellwerk. Die Sicherheitsebene des Stellwerks ist in alter und neuer Technik völlig unabhängig von der sogn. Leittechnik. Die Leittechnik erstetzt ausschliesslich den Bediener und den auch nur bei Regelbedienungen.


    Gruss


    ESTWsim

  • Quote

    Original von ESTWsim
    Und so ähnlich läuft das auch im ESTW ab - die ZL sendet über Datenbus lediglich den zum Stellen der Fahrstraße notwendigen Befehl an das Stellwerk. Die Sicherheitsebene des Stellwerks ist in alter und neuer Technik völlig unabhängig von der sogn. Leittechnik. Die Leittechnik erstetzt ausschliesslich den Bediener und den auch nur bei Regelbedienungen.


    Wie ist das dann, wenn 'ne Fahrstaße noch besetzt ist?
    Sendet das Stw. dann 'ne Rückmeldung an die ZL:
    "Du, warte mal. Da ist noch'n Zug. Frag' später nochmal an!"?
    Oder hat die ZL Zugriff auf die Gleisbesetztmeldung und reagiert erst dann, wenn das benötigte Gleis frei ist?

  • Quote

    Original von Majandra
    Wie ist das dann, wenn 'ne Fahrstaße noch besetzt ist?
    Sendet das Stw. dann 'ne Rückmeldung an die ZL:
    "Du, warte mal. Da ist noch'n Zug. Frag' später nochmal an!"?
    Oder hat die ZL Zugriff auf die Gleisbesetztmeldung und reagiert erst dann, wenn das benötigte Gleis frei ist?


    Letzteres - die Informationen über besetzte Gleise und auch andere Hinderungsgründe wie z.B. Fahrstraßenausschlüsse werden vom Stellwerk an die ZL gesendet.


    Gruss


    ESTWsim

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!