Es ist zwischen Österreich und Deutschland immer ein Äpfel-mit-Birnen-Vergleich. Ich habe in diversen Gespräche und Diskussionen schon bemerkt, dass die Bedeutung des ZWL-Bildes im Betrieb in Österreich offenbar wesentlich größer ist, als in Deutschland. Es kommt aber natürlich auch stark auf die Betriebsstelle und Aufgaben dauf an, wie sehr es gebraucht/verwendet wird. Manfred wird in Wolfurt nicht so viel aufs ZWL schauen, wenn er mit seinen Verschubreserven kreuz&quer fährt, vermutlich aber vielleicht mehr, wenn es darum geht, einen ausfahrenden Güterzug richtung Bludenz in die Strecke einzufädeln. Langjährige Fdl, die lange am selben Bahnhof Dienst tun, haben da aber natürlich auch so viele Erfahrungswerte, dass sie das anderwertig (oder "auswendig") entsprechend disponieren können 
Grundsätzlich ist es (soweit ich weiß) auch vorgeschrieben, dass das ZWL-Bild für die kommenden Fahrten (Zeitraum irgendwas bei 30-60 Minuten Vorschau?) durch den Zuglenker entsprechend "ausdisponiert" wird, also sozusagen "schön" gezeichnet ist, so wie die Disposition geplant ist. Und Züge, bei denen man noch nicht weiß, wann sie abfahren/weiterfahren, wandern einfach immer in größeren Schritten weiter nach "unten", um nicht zu "stören". Im Personenverkehr mitunter ein Problem, weil sich die Linien im ZWL auch direkt auf die Verspätungsanzeigen auf den Monitoren, im Internet, etc. auswirken.
Es ist auch die Organisation mittlerweile deutlich anders, durch die immer größer werdenden Fernsteuerbereiche und die intensivere Konzentration auf Zuglenkbereiche, hat sich in den letzten 10 Jahren viel geändert. Wie gesagt, das ist kein wirklich brauchbarer Vegrleich, aber die ÖBB Infra ist mittlerweile eher so aufgestellt, als würden in Deutschland die Streckendisponenten direkt in die Stellwerke eingreifen. Der Job, der in Österreich früher mal der Streckendisponent war, wurde zum Zuglenker und der Zuglenker greift über die Zuglenkung quasi direkt ins Stellwerk ein (stimmt jetzt technisch nicht ganz, aber er programmiert halt - auch kurzfristig - die Zuglenkung um, sei es für Gegengleisfahrten, Überholungen, Kreuzungsverlegungen, usw.). Die Stellbereichsfahrdienstleiter, die räumlich immer neben "ihrem" Zuglenker sitzen, haben teils riesige Bereiche, sind aber im störungsfreien Betreieb für Zugfahrten sozusagen gar nicht mehr "zuständig" und daher natürlich auch nicht für die Disposition der Zugfahrten über die Strecke hinweg.
Und da ist, um nicht vollkommen abzuschweifen, das ZWL-Bild natürlich ein sehr sehr wichtiges Tool geworden, weil auch über das einfache ändern der Linien im ZWL (oder in der "Bahnhofsgrafik) in die Zuglenkung eingegriffen werden kann. Es ist (soweit ich mich erinnere) auch schon festgeschrieben dass z.B. ein EVU als vom Infrastrukturbetreiber über Einschränkungen/Verspätungen auf einem Streckenabschnitt verständigt gilt, wenn dies im ZWL ersichtlich ist, da ist nicht zwingend ein Anruf/Mail/whatever notwendig (das stand mal im "Handbuch Abweichungsmanagement", hat sicher inzwischen einen anderen Namen).
Sorry für den Roman 