Durchrutschweg

  • Hallo ESTW-Team,


    Ihr als Entwickler und wir als Kunden legen viel Wert auf Realismus, sonst würde sich bestimmt niemand mit einem solch speziellen Thema beschäftigen.


    Schon immer ist mir der Durchrutschweg ein Dorn im Auge. Dieser löst bekanntlich in der Simulation auf sobald der Zug hält.
    Es wäre für mich ein großer Schritt nach vorne wenn in einer nächsten Version die reelle Funktionsweise umgesetzt wird, also eine zeitgesteuerte Auflösung nach befahren des Gleises.


    (Auffallen tut das besonders beim ESTW Verden in Dörverden weil der Bahnsteig im Überholungsgleis ziemlich weit vorne liegt und der Durchrutschweg bei einer Überholung eines RE doch sehr sehr schnell auflöst)


    An dieser Stelle aber auch ein großes Lob und vielen Dank für die viele Arbeit die Ihr euch über all die Jahre gemacht habt.


    Gruß aus Gießen,


    Peter.

  • Die Auflösung des Durchrutschweges ist allerdings nur eine von sehr vielen Abweichungen zum realen Stellwerk:


    • Jede Weiche ist ein eigener Gleisfreimeldeabschnitt. Das würde man in der Realität nie so machen (Ein Achszähler kostet ca. 20.000 € + Kosten Achszählrechner).
    • Auf Strecken ohne Streckenblock (z.B. Mindelheim - Pfaffenhausen) gibt es kein Zugmeldeverfahren. Wenn Streckenblock vorhanden ist, ist es immer ein Anpassung an den Selbstblock. ESTW-Zentralblock oder Relaisblock wären ja auch denkbar.
    • Mittelweichen laufen immer um, auch wenn es betrieblich nicht sinnvoll ist.
    • Züge rutschen nie an haltzeigenden Signalen durch.


    Viele Grüße
    Frubi

  • Quote

    Original von frubi
    Die Auflösung des Durchrutschweges ist allerdings nur eine von sehr vielen Abweichungen zum realen Stellwerk:

    • Züge rutschen nie an haltzeigenden Signalen durch.


    Ich weiß nicht, welche Zahl du kennst, aber "das Überfahren eines Haltbegriffs ohne Zustimmung des Fahrdienstleiters" ist alles andere als die Regel. Das passierte mir persönlich noch nie und in den EVUs, für die ich bereits tätig war, konnte man die Signalverfehlungen pro Jahr an einer Hand abzählen. Dabei reden wir aber von mehreren Millionen Zugkilometern pro Jahr. Ich halte - nicht zuletzt deshalb - die Implementierung dieses Manövers für überflüssig.


    Gruß


    Thomas

  • Quote

    Original von Thomas Dittmann


    Ich weiß nicht, welche Zahl du kennst, aber "das Überfahren eines Haltbegriffs ohne Zustimmung des Fahrdienstleiters" ist alles andere als die Regel. Das passierte mir persönlich noch nie und in den EVUs, für die ich bereits tätig war, konnte man die Signalverfehlungen pro Jahr an einer Hand abzählen. Dabei reden wir aber von mehreren Millionen Zugkilometern pro Jahr.


    Für den Bereich der DB bekommt man die Zahlen nicht einfach so. Die Niederländer sind bei solchen Informationen deutlich freigiebiger. Die Wahrscheinlichkeit für eine Vorbeifahrt beträgt dort rund 1 zu 34000 (8196344 Halt vor Hauptsignalen und 240 Vorbeifahrten im Jahr 2008 ).


    Quote


    Ich halte - nicht zuletzt deshalb - die Implementierung dieses Manövers für überflüssig.


    Wenn man so argumentiert, müsste man auch die Störungen von Signalen und Achszählern ausbauen. Das ein Signal komplett dunkel ist oder im Achszähler eine Fehlzählung auftritt, sind auch sehr seltene Ereignisse (Ohne die Betrachtung von Kabeldiebstählen…). Trotzdem gibt es diese Störungen in ESTWsim. Dabei sind zum Beispiel Störungen an Weichen deutlich häufiger als AZ-Störungen.


    Viele Grüße
    Frubi

  • Quote

    Original von frubi


    Wenn man so argumentiert, müsste man auch die Störungen von Signalen und Achszählern ausbauen. Das ein Signal komplett dunkel ist oder im Achszähler eine Fehlzählung auftritt, sind auch sehr seltene Ereignisse (Ohne die Betrachtung von Kabeldiebstählen…). Trotzdem gibt es diese Störungen in ESTWsim. Dabei sind zum Beispiel Störungen an Weichen deutlich häufiger als AZ-Störungen.


    Viele Grüße
    Frubi


    Aus meiner täglichen Praxis kann ich auch in diesem Punkt berichten, dass "Störungen an Signalanlagen", in den meisten Fällen Blockstörungen oder Rotausleuchtungen, praktisch im Minutentakt passieren. Deutschland ist ja groß. ;) Die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Störung auftritt ist also um ein Vielfaches höher als eine Signalverfehlung und damit zu recht implementiert. :)

  • Achszählfehler treten verhältnismäßig oft auf. Ein Beispiel ist, wenn man über Ra10 drüberrangiert (Nach einem Befehl11 bzw. ZLB e) und eine Achse auf dem Zähler stehen bleibt. Das ist glaube ich die größte Angst eines Fdls beim Rangieren über die Ra10-Tafel ;) Rotausleuchtungen sind eigentlich alltäglich (techn. Störung, Rückfallweiche, LST, Bediehnfehler, Birne, ...). Blocksignale bleiben bei Relaisstellwerke auch öfters hängen (v. a. bei Erlaubniswechsel bei Aufteilung auf 2 Stellwerke). Was es selten gibt, ist, dass es komplett erloschen ist. Denn Rote Birne + Ersatzfaden durchgebrannt, dass kommt doch sehr selten vor. Aber ein Verfehlen des Haltzeigenden Signales, dass gibt es sogut wie nie. Ich kenne viele Tfs und Fdls, ich fahre selber viel Zug, aber dass ist noch niemanden von diesen/uns passiert. Freilich könnte man eine Pseudozufallszahl bis 34000 (nach der vorherigen Statistik) erzeugen, und wenn die Zahl 1 ist, dann rutscht der Zug durch. Aber macht das wirklich Sinn? Außerdem: Muss dann der Fdl im Sim auch den "Austausch" des Tf's organisieren? Wie lange müsste der Zug dann stehen?


    Aber ist es hier nicht ursprünglich um den Durchrutschweg gegangen?

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