etwas OT: Umsetzung Gleisplanänderungen ins Stellwerk

  • Servus,


    mal eine Frage zum großen Vorbild:
    Im Zuge des S-Bahn Bau's in Nürnberg werden zwischen Nürnberg und Fürth ja zwei neue Gleise gebaut. Am Wochenende wurde das rechte Richtungsgleis in Richtung Nürnberg auf das neue Fernverkehrsgleis verschwenkt (ok, die waren wohl am Montagmorgen noch nicht fertig, auf jeden Fall war da erst mal großes Chaos, weil nur das eine alte Gleis frei war).
    Wir wird denn sowas stellwerkstechnisch umgesetzt? Das muss ja auch Schritt für Schritt umgestellt werden. Ich weiß leider nicht was für eine Bauform dort verwendet wird (ich spekuliere mal dass es ein Spurplan-Drucktasten-Stellwerk ist), aber ganz egal welche Bauform - das Anpassen dürfte recht kompliziert sein. Das ganze muss dann doch auch abgenommen werden. Im laufenden Betrieb dürfte da doch schon mal gar nix gehen, oder?
    Vielleicht hat da jemand Erfahrung, wie sowas vor sich geht.


    Danke!

  • Hi Hinz,
    also zunächst einmal erfordert solch ein Neu-/Umbau eine längere Planungsphase. Hierbei werden die erforderlichen Pläne erstellt (z. B. Kabellage- und Signallagepläne sowie Gruppenverbindungspläne für Spurplanstellwerke) und die Stoffe von den Signalbaufirmen geliefert. Während der Umbauphase wird die Signalanlage (Signale, Weichenantriebe, Gleisfreimeldung incl. der dafür erforderlichen Außenverkabelung) schrittweise der Außenanlage angepasst, geprüft und in Betrieb genommen. Da im SpDr-Stw die Grundschaltungen in den Funktionsgruppen (die in die Relaisgestelle eingebaut und dort verkabelt werden) bereits eine allgemeine Freigabe besitzen, werden die Restprüfungen (z.B. Endlagenprüfung bei Weichen) bei Inbetriebnahme durchgeführt.


    Viele Grüße aus Bochum
    Jürgen

  • Danke für die Antwort.
    Verstehe ich das dann richtig, dass im Prinzip "einfach" nur neue Funktionsgruppen gesteckt werden. Dann dürften Anpassungen ja hauptsächlich auf die Verkabelung beschränkt bleiben. Macht ja auch Sinn, weil man dann relativ viel vorbereiten kann.
    Ist das dann auch der Grund, dass auch auf den alten Gleisen parallel neue Signaltechnik aufgebaut wird/wurde. Die würden dann ja stellwerkstechnisch auch einfach nur von den neuen Baugruppen angesteuert werden und es müssten bei der Inbetriebnahme nur die Abhängigkeiten zum "alten" Teil hergestellt werden. Kann ich mir zwar immer noch aufwändig genug vorstellen, würde aber die eigentliche Umstellung übersichtlich halten.
    Ich frage mich dann allerdings was da am Montagmorgen schief gelaufen ist. Die Strecke war ja das ganze Wochenende gesperrt, der bauliche Teil hat sich ja auf die Herstellung des Anschlußes des neuen Gleises auf das alte beschränkt. Der kompliziertere Teil war da sicherlich die Anbindung in die Stellwerks-Logik. Dafür sollte genug Zeit gewesen sein, man lässt sich ja auch noch genügend Spielraum und Puffer falls eben nicht alles glatt geht (was es eh nie tut, Murphy lässt grüssen). Soll an der Stelle ja auch kein Vorwurf sein, ich weiß selber wie komplexe Projekte aus dem Ruder laufen können und selbst sorgfältige Planungen über den Haufen geschmissen werden.


    Danke nochmal!

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